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Wenn wir jetzt über einzelne
Objekte und Arbeiten von Joseph Beuys sprechen, dann muß ich zunächst an jeden
appellieren, sich immer zu vergegenwärtigen, daß die eigentliche Wirkung solcher
Sachen letztlich natürlich nur von der Sache selbst ausgehen kann, d.h. im
Grunde muß man sich die Sache schon ansehen, Abbildungen und Photos nutzen
da nicht viel. Die Beispiele, die ich für heute ausgesucht habe, kann man
sich aber ganz gut vorstellen ( - das ersetzt selbstverständlich die unmittelbare
Anschauung, die uns aber im Augenblick nicht möglich ist, nicht im Geringsten
- da mache man sich nichts vor!) – z.B. das „Erdtelephon“.
Um was handelt es sich? Jeder von Euch kennt die Elemente dieses
Objekts aus der eigenen Erfahrung sehr genau: ein Telephongerät, das übrigens
angeschlossen werden kann und bei Ausstellungen auch angeschlossen, also real
benutzbar war, und einem etwa in der gleichen Größe, dem gleichen Volumen danebenliegenden,
mittlerweile ausgetrockneten Erdklumpen. Dieser Erdklumpen liegt sozusagen umgekehrt,
wenn man genau hinguckt, sieht man, daß von unten, seiner Auflagefläche noch
Pflanzengestrüpp, Gras, kommt. Niemand soll sich jetzt einbilden,
ich würde jetzt hingehen und dieses Ding interpretieren! Ich denke nicht daran!
Ich werde nur einmal zeigen, wie ich persönlich einen Schlüssel gefunden habe.
Denn dieses Objekt ist ein Geheimnis, das zu einem Erlebnis entwickelt werden
muß und führen kann. Es geht eigentlich nur um die Frage, wie sind diese fremdartigen
Objekte von Joseph Beuys überhaupt - sagen wir mal - in Einklang zu bringen
mit der Tatsache, daß dieser selbe Mann immerhin den Anspruch erhebt; etwas
für jedermann Verständliches zu vertreten, etwas, das jeden Menschen angeht.
Immer wieder taucht im Zusammenhang mit Joseph Beuys dieses Problem auf: ja
klar, was der Mann da sagt, das ist ja alles sehr schön und sehr einleuchtend,
und es ist großartig, daß er jetzt auch in die Politik eingreift mit überzeugenden
Ideen!
Aber wenn ich mir ein solches Objekt angucke, ja, dann versteh ich überhaupt
nichts mehr! Wo soll denn da ein Zusammenhang sein? Dann merke ich doch, wie
elitär es im Grunde genommen ist!
Einerseits redet dieser Beuys immer von j
e d e m M e n s c h e n - jeder ist ein
Künstler! -, andererseits, wenn man dann seine Objekte sieht - der einfache
Mensch kann damit nichts anfangen! Ist das nicht ein Widerspruch?
Klar, eins steht fest: wenn ich daran erinnere, was ich vorhin gesagt
habe über diese Polarität zwischen dem Kunstbegriff auf der einen Seite (und
seiner äußersten Spezialisierung) und dem Leben auf der anderen Seite, und davon
gesprochen habe, daß es sich hier um E
x t r e m e zunächst einmal handelt, dann wird einem diese
Schwierigkeit schon klar.
Und trotzdem möchte ich an diesem Objekt einmal beispielhaft vorführen, wie
man sich einer solchen Sache nähern kann, ohne sie interpretieren zu müssen,
ohne sie sofort verstehen zu wollen. Vergessen wir nie: ein Kunstwerk ist sowieso
nicht zum Verstehen da, sondern damit ich mich an ihm weiterentwickeln kann.
Etwas, das man versteht, ist gerade so klein wie der Verstand, den man sowieso
schon hat, hat also Platz darin. Ein Kunstwerk, ein wirkliches Kunstwerk aber
will ja den vorliegenden Bestand um ein Neues erweitern, ein neues Licht auf
alles werfen, eine Neuigkeit einbringen in den Bewußtseinsbestand!
Nie also kann das schon Erreichte die Kunst erklären, sondern es ist gerade
umgekehrt. Dieses Objekt, das Erdtelephon, war mir persönlich sehr lange ein
großes Rätsel. Was übrigens wichtig ist, daß es mir ein Rätsel war! Denn dadurch,
daß es mir ein Rätsel war, hat es sich bei mir sehr tief eingegraben, Und hätte
ich es sofort verstanden, dann hätte ich es vielleicht auch sehr schnell wieder
vergessen wie so manches, das ich schnell vergessen habe.
Ich habe es nicht verstanden, aber es wurde mir, weil ich es immer als Bild
vor mir hatte, vertraut, Es war ein Geheimnis und hat irgendwo in meiner Seele
gelegen und da gewirkt, d.h. gearbeitet.
Dann geschah folgendes: irgendwann bin ich einmal mit meinem
Freund Leub in die Tschechoslowakei gefahren. Wir hatten Lust, die Schneekoppe
zu besteigen, um eine Aussicht von oben zu haben und einen Blick über das
ganze Land zu tun. Die Schneekoppe hinauf führt ein Sessellift, und da wir
ziemlich müde von der Reise waren, sind wir auf den Sessellift gestiegen und
sind innerhalb von 5 bis 10 Minuten oben auf dem abgehackten Gipfel der Schneekoppe
angekommen, auf diesem Plateau, und haben nach Norden hin Schlesien, das heute
Polen ist, gesehen, ganz flach erst mal, und nach Süden hin zur tschechischen
Seite - die Grenze geht genau über die Koppe - diese phantastische Landschaft,
wie sie viele auch von Bildern Caspar David Friedrichs kennen, diese
Riesengebirgszüge.
Es war ein wunderbarer Anblick. Wir sind dann anschließend
wieder mit dem Sessellift runtergefahren. Am nächsten Tag, etwa 2 Stunden
früher, sind wir noch einmal zur Schneekoppe gewandert. Wir hatten uns inzwischen
ein Hotel gesucht. Wir wollten noch mal die Schneekoppe hinauf und entschlossen
uns aber -ich weiß nicht warum - diesmal den Weg von gestern zu Fuß raufzugehen.
Und weil wir nicht lange nach einem Weg suchen wollten, nahmen wir einfach
den Pfad, der unter dem Sessellift lief. Es war eigentlich kein richtiger
Weg, sondern wir mußten übers Gestein, über Baumwurzeln, Gras und zwischen
Sträuchern fast auf allen Vieren raufkrabbeln. Das dauerte bestimmt 2 bis
3 Stunden. Die Wetterverhältnisse waren eigentlich wie am Vortage - nicht
ganz so heiß wie hier jetzt - aber ziemlich heiß. Und oben angekommen nach
2 bis 5 Stunden, hatten wir haargenau dieselbe Aussicht wie am Tage vorher
- - und trotzdem war die Aussicht vollkommen anders!
Diese Sache, daß dieselbe Aussicht viel intensiver war - wirklich, in Nichts
mit der von gestern zu vergleichen, obwohl wir dasselbe sahen - hätten wir
sie beide Male photographiert, es wäre dasselbe Photo geworden! - - diese
Sache kann nur der verstehen, der sie selbst ausprobiert, und ich hätte es
vorher auch nicht gewußt! Tatsache ist jedenfalls, daß der
W e g , der uns da hinaufgeführt hatte, einen entscheidenden
Einfluß hatte auf das Erlebnis zum Schluß. Das ist die Sache mit dem
E r d b o d e n und seinem
Widerstand, den man so oder so überwinden kann. Eigentlich eine Banalität,
nicht wahr!
Aber in diesem Moment, als mir das so direkt und radikal aufging wie ein Schlüsselerlebnis,
als ich nämlich haargenau dieselbe Aussicht vom Tag vorher so radikal anders
erlebte und es mich wie ein Hammer traf, fiel mir plötzlich und unwillkürlich
wie eine Art Eingebung dieses Beuys-Objekt, das Erdtelephon, das ich schon
so lange kannte, aber nie recht verstand, wieder ein.
Auf einmal war mir alles klar. Aus dem Einzelerlebnis wurde ein exemplarisches,
unmittelbar anwendbar wie eine Antwort auf eine tiefe Zeitfrage, die uns heute
allesamt betrifft. Ich möchte hinweisen auf eine Tatsache, die den meisten
Zeitgenossen entgeht, aber für unser Leben eine große Bedeutung hat.
Ein technisches Instrument, z.B. ein Auto oder Flugzeug transportiert uns
sehr schnell an bestimmte Ziele, und zwar sind das dieselben Ziele, an die
man auch kommen könnte, wenn man z.B. zu Fuß ginge. Die Ziele sind dieselben.
Dort angekommen, erlebt man etwas. Ich spreche hier eben die Erlebnisdimension
an, die geradezu abhängig ist von der Art und Weise, w i e
man an das Ziel hinkommt.
Nun könnte man sagen, ja klar, früher
hatten die Menschen natürlich ihren Weg zu Fuß zu leisten, sie hatten keine
Autos, keine Sessellifts usw., und man hätte natürlich recht mit diesem Hinweis.
Man könnte sich auch ein bißchen vorstellen, welche Erlebnisse, welche Erlebnisqualitäten
der frühere Mensch in etwa gegenüber dem heutigen hatte, und wieviel er mitbekam
an Dingen, die uns heute entgehen, weil uns der Weg auf die Art und Weise so
leicht gemacht wird. Jetzt könnte der Eindruck entstehen, ich proklamiere
hier ein Zurück in die Vergangenheit! Davon kann aber keine Rede sein. Sondern
es stellt sich bei näherer Beobachtung heraus, daß diesen älteren Menschen früherer
Zeiten, die durch die Mühe des Weges und den Widerstand der Erde zu einer überaus
intensiven, ganzheitlichen Erlebnisfähigkeit - ja, jetzt muß ich sagen: geradezu
gezwungen waren, eben der Vergleich fehlte, und daß sie so gar nicht - es klingt
vielleicht sonderbar - zum
B e w u ß t s e i n dieser Fähigkeit kamen. Er hatte kein z.B. elektrisch
angetriebenes Fahrzeug, keinen Sessellift, mit Hilfe dessen er hätte vergleichen
können, daß der Weg zu Fuß zu einem anderen Erlebnis führt als über den Sessellift.
Und genau auf diese Vergleichsmöglichkeit kommt es an. Der frühere Mensch
hatte die Verbundenheit mit dem ganzen der Natur und eine entsprechend umfassende
Erlebnisfähigkeit, ihm fehlte aber der Vergleich. Der moderne Mensch, dem fehlt
die intensive Erlebnisdimension und fühlt sich dementsprechend seelisch leer.
Nun könnte man einwenden, also fehlt ihm ja auch der Vergleich. Das stimmt auch
tatsächlich, solange er nämlich die Instrumentarien des technischen Fortschritts
ebenso naiv und unbekümmert benutzt wie der frühere Mensch seine Füße, wenn
er sie also nicht vergleicht.
Dazu ist er aber durchaus fähig, es bedarf aber eines besonderen Bewußtseinszu-stands,
der ihn aus dem normalen Trott hinaushebt, der z.B. durch ein überraschendes
Erlebnis wie meins bei der Schneekoppe erzeugt werden kann, ausgelöst werden
kann, und der, wenn er Folgen zeitigen soll auf Dauer, wenn er also die Seele
über den Moment hinaus erfüllen soll, ins D e n k e n
gebracht werden muß.
Genau diese Möglichkeit hat der moderne Mensch: er kann die Mühsal der Erde,
der Materie, des Widerstands, eben des Wegs, den er früher ganz real auf der
Erde hat machen müssen, nunmehr in einem höheren Bereich vollziehen, den Widerstand
also in sich selbst erzeugen, d.h. also, er kann - aber er muß es schon wollen,
sonst kann er es nicht - die Erde, deren vordergründigen Widerstands er sich
mit technischen Mitteln teilweise entzieht (und innerlich dabei leer wird und
flach und abstrakt), ins Denken bringen, seine Aktivität also, die er sich in
dem einen Bereich erspart, hineintransformieren in eine höhere Qualität, nämlich
in die Mühsal des Denkens. Mit Denken ist jetzt nicht das bloße rationale
Analysieren gemeint, das dürfte deutlich geworden sein.
Mit Denken ist hier jene überklare Wachheit gemeint, die dann eintritt, wenn
man sich - wie bei meinem Beispiel - den inneren Zusammenhang zwischen Weg und
Ziel am Vergleich zweier so unterschiedlicher Methoden wie dem Sessellift und
dem Hinaufkriechen über den Erdboden unter dem Lift vergegenwärtigt.
Denken allein freilich reicht da nicht: das Kriechen gehört natürlich auch dazu!
Aber es ist transformiert von einer früheren Notwendigkeit zum Experiment der
Freiheit und bekommt dadurch einen neuen, schöpferischen Charakter. Dieses Kriechen
- das alles ist hier selbstverständlich als Bild gemeint, ist also auch übertragbar
auf andere Vorgänge! - bekommt den Charakter des Exemplarischen und wird dadurch
dem denkenden Sinn zum Wahrnehmungsorgan. „Ich denke“, sagte Joseph Beuys
einmal, „sowieso mit dem Knie“.
Es stellt sich also heraus, daß die E
r d e , die wir glaubten, mit Hilfe der Technik überwinden zu können, durchaus
nicht damit überwunden ist, indem wir sie - was leicht durch diese Technik geschehen
kann - bloß vergessen, ignorieren, übersehen. Wir hätten uns dann nämlich nur
mit unserer Einbildung von ihr entfernt - gerade das ist das von der Erde entfremdete,
dünnlüftige Bewußtsein und die damit bewirkte Erlebnisarmut unserer Seele. Und
wir könnten sicher sein: die Erde schlüge zurück.
In unserer Ahnungslosigkeit hätten wir uns nur noch fester an die Materie gebunden,
ja, uns ihr völlig anvertraut. Der Geist zerstäubte ins Nichts. Statt dessen
haben wir nun die Möglichkeit, die E
r d e wirklich ins Bewußtsein zu
heben, was der erste Schritt ist, sie zu transformieren auf ein höheres Niveau.
Dadurch kann eine Qualität erarbeitet werden, die für uns heute Lebende fast
unvorstellbar ist. Ein anderes, ganz einfaches Beispiel
- auch ein Denkbild: Wieviel Kollisionen entstehen dadurch, indem jemand, der
gerade etwas auf dem Herzen hat, sofort telephoniert - sagen wir mal - von Hamburg
nach Stuttgart. Irgendwo in Stuttgart wohnt ein Mensch, und man hat einen Impuls,
der muß noch nicht mal so besonders tief und wirklich dringlich sein, eben einfach
nur so einen Impuls, man greift zum Telephon und telephoniert. Das ist wunderbar!
Aber stellt Euch jetzt nur mal vor, wie so was vor 500 Jahren hätte aussehen
müssen! Ich habe einen Impuls, ich will mit diesem Menschen sprechen und ich
müßte jetzt nach Stuttgart wandern, von Hamburg nach Stuttgart! Ja, Leute, überlegt
Euch mal, wenn ich dann wirklich nach Stuttgart wandere, dann allerdings habe
ich auch wirklich einen Grund dafür! Und wenn ich in Stuttgart angekommen sein
sollte irgendwann einmal, dann wüßte ich allerdings, warum ich da hingegangen
wäre, und es würde sich zwischen mir und diesem Menschen etwas abspielen, was
von unvergleichbar großer Intensität wäre, alleine schon durch diese Entscheidungsqualität
und den Weg, den ich hätte auf mich nehmen müssen. Es glaube keiner, daß ich
hier sagen will, man solle nicht mehr telephonieren! Im Gegenteil, ich begrüße
das Telephon als einen Fortschritt der Menschheit, an dem die westliche Menschheit
jahrhundertelang gearbeitet hat, und zwar sehr erfolgreich. Was hier aber angesprochen
wird, ist ein Bereich, der nunmehr aufgearbeitet werden muß: die Seele.
Daß wir telephonieren, ist das Eine. Aber was wir damit bewirken, das Andere.
Ist es uns nicht bewußt, nützt uns das Telephon auch nichts mehr. Wir hätten
dann bald nichts mehr zu telephonieren, nur noch dummes Zeug, hätten es nicht
mehr mit Geist, sondern nur noch mit Gespenstern zu tun. Vergegenwärtigen wir
uns also, z.B. wenn wir telephonieren, immer die
E r d e , deren Kräfte wir uns zwar bedienen, z.B. beim Telephonieren
der Elektrizität, deren Widerstand wir aber nicht mehr wirklich wahrnehmen,
d.h. auch: nicht wahrhaben wollen. Wir laufen Gefahr, in eine Scheinrealität
zu geraten.
Erzeugen wir also die Realität durch unseren Willen und unser Denken, die sich
früher ganz von selbst bemerkbar gemacht hat: bringen wir also diese Erde in
unseren Geist. Denn es geht um eine Dimension, die man nun trotz des Telephons
eben über einen anderen methodischen Weg erarbeiten muß, als über den, selbst
nach Stuttgart zu gehen.
Es klingt hier an die Intensität einer Geistigkeit, die diesen Weg in sich innerlich
vollzieht, um an den G r u n d
zu kommen, an dem man früher hat von vorneherein durch den wahrnehmbaren
Widerstand der Erde kommen müssen. Wenn dieser Widerstand, im Denken wahrnehmbar,
nunmehr durch den Menschen
i n F r e i h e i t
in ihm selbst aufgebaut wird, dann ist er sozusagen eine neue Wesenheit
auf der Welt, eine Wesenheit, die die Notwendigkeit des materiellen Widerstands
regelrecht überwindet. Denn der Mensch hätte dann aus Freiheit heraus in sich
einen Widerstand aufgebaut, an dem er zur Form kommt, Zu einer Form - ich will
das jetzt mal bewußt etwas sonderbar ausdrücken -, die dann das Benutzen des
Telephons in irgendeiner Zukunft zu einem Mysterium werden läßt. Es ist hier
eine Denkrichtung anvisiert, die uns die große Möglichkeit der Technik, der
Technologie, der Maschinen bis hin zu ihrer industriellen Nutzung im Produktionsbereich
der arbeitsteiligen Weltwirtschaft erahnen läßt, die uns nicht reduzieren muß
zu Verzweifelten und hilflos Ausgelieferten, zurück zu einer Naturapostelillusion,
sondern die uns aufruft, eine neue Natur zu entwickeln: die Natur des Menschen,
die Freiheitsnatur.
Es geht tatsächlich um die Ausbildung dieser neuen Natur, die der alten Natur
die Arbeit der “mutterlich-väterlichen“ Führung abnehmen soll - aber nicht länger
als ausbeutendes, sondern nunmehr als gestaltendes Prinzip.
Die alte Natur hat ihre Arbeit in der Hervorbringung
des Menschen, der denken kann, abgeschlossen. Vom Denken erwartet sie nun ihre
Erlösung in den bewußten Geist, die Überwindung des Materiellen (als solange
notwendigem Widerstand, als der Mensch ihn sich nicht zum Bewußtsein bringen
konnte), die Entwicklung also einer neuen Energie, die anderer Natur ist als
die, die wir bisher nur gewohnt sind, innerhalb der Materiezusammenhänge zu
haben. Es handelt sich um eine Natur, die allerdings nur entdeckt werden kann,
wenn sie der Mensch selber erzeugt.
Das bedeutet die Einlösung der Formel „MENSCH = KÜNSTLER“ durch den Menschen
- - und damit das nächste Bild!. . .
Texte von Johannes Stüttgen beim FIU-Verlag in großer Anzahl.
Bitte vgl. Sie: „Zeitstau“, „Der plastische Umstülpungsvorgang“,
„Zum Kapital“ mit Christoph Schlingensief oder in „Die Kunst des sozialen
Bauens“ sowie in „Denker, Künstler, Revolutionäre“ und in „Kunstwerk
Volksabstimmung“ zus. mit Thomas Mayer |