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Johannes Stüttgen
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Johannes Stüttgen  

Auszug aus
Über Joseph Beuys und jeden Menschen, das Erdtelephon und zwei Wolkenkratzer; über 7000 Eichen, 7000 Steine und ein schwarzes Loch.

Ein Vortrag über den Erweiterten Kunstbegriff in Hamburg am 5. Juni 1982 in der FIU-Zweigstelle,publiziert als Din A4-Broschüre von der Free International University (FIU) Düsseldorf 1982© (copyrights) FIU

Das Erdtelephon (1969)

Wenn wir jetzt über einzelne Objekte und Arbeiten von Joseph Beuys sprechen, dann muß ich zunächst an jeden appellieren, sich immer zu vergegenwärtigen, daß die eigentliche Wirkung solcher Sachen letztlich natürlich nur von der Sache selbst ausgehen kann, d.h. im Grunde muß man sich die Sache schon ansehen, Abbildungen und Photos nutzen da nicht viel. Die Beispiele, die ich für heute ausgesucht habe, kann man sich aber ganz gut vorstellen ( - das ersetzt selbstverständlich die unmittelbare Anschauung, die uns aber im Augenblick nicht möglich ist, nicht im Geringsten - da mache man sich nichts vor!) – z.B. das „Erdtelephon“.

Um was handelt es sich? Jeder von Euch kennt die Elemente dieses Objekts aus der eigenen Erfahrung sehr genau: ein Telephongerät, das übrigens angeschlossen werden kann und bei Ausstellungen auch angeschlossen, also real benutzbar war, und einem etwa in der gleichen Größe, dem gleichen Volumen danebenliegenden, mittlerweile ausgetrockneten Erdklumpen. Dieser Erdklumpen liegt sozusagen umgekehrt, wenn man genau hinguckt, sieht man, daß von unten, seiner Auflagefläche noch Pflanzengestrüpp, Gras, kommt. Niemand soll sich jetzt einbilden, ich würde jetzt hingehen und dieses Ding interpretieren! Ich denke nicht daran!
Ich werde nur einmal zeigen, wie ich persönlich einen Schlüssel gefunden habe. Denn dieses Objekt ist ein Geheimnis, das zu einem Erlebnis entwickelt werden muß und führen kann. Es geht eigentlich nur um die Frage, wie sind diese fremdartigen Objekte von Joseph Beuys überhaupt - sagen wir mal - in Einklang zu bringen mit der Tatsache, daß dieser selbe Mann immerhin den Anspruch erhebt; etwas für jedermann Verständliches zu vertreten, etwas, das jeden Menschen angeht.
Immer wieder taucht im Zusammenhang mit Joseph Beuys dieses Problem auf: ja klar, was der Mann da sagt, das ist ja alles sehr schön und sehr einleuchtend, und es ist großartig, daß er jetzt auch in die Politik eingreift mit überzeugenden Ideen!
Aber wenn ich mir ein solches Objekt angucke, ja, dann versteh ich überhaupt nichts mehr! Wo soll denn da ein Zusammenhang sein? Dann merke ich doch, wie elitär es im Grunde genommen ist!
Einerseits redet dieser Beuys immer von  j e d e m  M e n s c h e n - jeder ist ein Künstler! -, andererseits, wenn man dann seine Objekte sieht - der einfache Mensch kann damit nichts anfangen! Ist das nicht ein Widerspruch? 
Klar, eins steht fest: wenn ich daran erinnere, was ich vorhin gesagt habe über diese Polarität zwischen dem Kunstbegriff auf der einen Seite (und seiner äußersten Spezialisierung) und dem Leben auf der anderen Seite, und davon gesprochen habe, daß es sich hier um  E x t r e m e  zunächst einmal handelt, dann wird einem diese Schwierigkeit schon klar.
Und trotzdem möchte ich an diesem Objekt einmal beispielhaft vorführen, wie man sich einer solchen Sache nähern kann, ohne sie interpretieren zu müssen, ohne sie sofort verstehen zu wollen. Vergessen wir nie: ein Kunstwerk ist sowieso nicht zum Verstehen da, sondern damit ich mich an ihm weiterentwickeln kann. Etwas, das man versteht, ist gerade so klein wie der Verstand, den man sowieso schon hat, hat also Platz darin. Ein Kunstwerk, ein wirkliches Kunstwerk aber will ja den vorliegenden Bestand um ein Neues erweitern, ein neues Licht auf alles werfen, eine Neuigkeit einbringen in den Bewußtseinsbestand!
Nie also kann das schon Erreichte die Kunst erklären, sondern es ist gerade umgekehrt. Dieses Objekt, das Erdtelephon, war mir persönlich sehr lange ein großes Rätsel. Was übrigens wichtig ist, daß es mir ein Rätsel war! Denn dadurch, daß es mir ein Rätsel war, hat es sich bei mir sehr tief eingegraben, Und hätte ich es sofort verstanden, dann hätte ich es vielleicht auch sehr schnell wieder vergessen wie so manches, das ich schnell vergessen habe.
Ich habe es nicht verstanden, aber es wurde mir, weil ich es immer als Bild vor mir hatte, vertraut, Es war ein Geheimnis und hat irgendwo in meiner Seele gelegen und da gewirkt, d.h. gearbeitet.

Dann geschah folgendes: irgendwann bin ich einmal mit meinem Freund Leub in die Tschechoslowakei gefahren. Wir hatten Lust, die Schneekoppe zu besteigen, um eine Aussicht von oben zu haben und einen Blick über das ganze Land zu tun. Die Schneekoppe hinauf führt ein Sessellift, und da wir ziemlich müde von der Reise waren, sind wir auf den Sessellift gestiegen und sind innerhalb von 5 bis 10 Minuten oben auf dem abgehackten Gipfel der Schneekoppe angekommen, auf diesem Plateau, und haben nach Norden hin Schlesien, das heute Polen ist, gesehen, ganz flach erst mal, und nach Süden hin zur tschechischen Seite - die Grenze geht genau über die Koppe - diese phantastische Landschaft, wie sie viele auch von Bildern Caspar David Friedrichs kennen, diese Riesengebirgszüge.

     

Es war ein wunderbarer Anblick. Wir sind dann anschließend wieder mit dem Sessellift runtergefahren. Am nächsten Tag, etwa 2 Stunden früher, sind wir noch einmal zur Schneekoppe gewandert. Wir hatten uns inzwischen ein Hotel gesucht. Wir wollten noch mal die Schneekoppe hinauf und entschlossen uns aber -ich weiß nicht warum - diesmal den Weg von gestern zu Fuß raufzugehen. Und weil wir nicht lange nach einem Weg suchen wollten, nahmen wir einfach den Pfad, der unter dem Sessellift lief. Es war eigentlich kein richtiger Weg, sondern wir mußten übers Gestein, über Baumwurzeln, Gras und zwischen Sträuchern fast auf allen Vieren raufkrabbeln. Das dauerte bestimmt 2 bis 3 Stunden. Die Wetterverhältnisse waren eigentlich wie am Vortage - nicht ganz so heiß wie hier jetzt - aber ziemlich heiß. Und oben angekommen nach 2 bis 5 Stunden, hatten wir haargenau dieselbe Aussicht wie am Tage vorher - - und trotzdem war die Aussicht vollkommen anders!
Diese Sache, daß dieselbe Aussicht viel intensiver war - wirklich, in Nichts mit der von gestern zu vergleichen, obwohl wir dasselbe sahen - hätten wir sie beide Male photographiert, es wäre dasselbe Photo geworden! - - diese Sache kann nur der verstehen, der sie selbst ausprobiert, und ich hätte es vorher auch nicht gewußt! Tatsache ist jedenfalls, daß der  W e g , der uns da hinaufgeführt hatte, einen entscheidenden Einfluß hatte auf das Erlebnis zum Schluß. Das ist die Sache mit dem  E r d b o d e n  und seinem Widerstand, den man so oder so überwinden kann. Eigentlich eine Banalität, nicht wahr!
Aber in diesem Moment, als mir das so direkt und radikal aufging wie ein Schlüsselerlebnis, als ich nämlich haargenau dieselbe Aussicht vom Tag vorher so radikal anders erlebte und es mich wie ein Hammer traf, fiel mir plötzlich und unwillkürlich wie eine Art Eingebung dieses Beuys-Objekt, das Erdtelephon, das ich schon so lange kannte, aber nie recht verstand, wieder ein.
Auf einmal war mir alles klar. Aus dem Einzelerlebnis wurde ein exemplarisches, unmittelbar anwendbar wie eine Antwort auf eine tiefe Zeitfrage, die uns heute allesamt betrifft. Ich möchte hinweisen auf eine Tatsache, die den meisten Zeitgenossen entgeht, aber für unser Leben eine große Bedeutung hat.
Ein technisches Instrument, z.B. ein Auto oder Flugzeug transportiert uns sehr schnell an bestimmte Ziele, und zwar sind das dieselben Ziele, an die man auch kommen könnte, wenn man z.B. zu Fuß ginge. Die Ziele sind dieselben. Dort angekommen, erlebt man etwas. Ich spreche hier eben die Erlebnisdimension an, die geradezu abhängig ist von der Art und Weise,  w i e  man an das Ziel hinkommt.

Nun könnte man sagen, ja klar, früher hatten die Menschen natürlich ihren Weg zu Fuß zu leisten, sie hatten keine Autos, keine Sessellifts usw., und man hätte natürlich recht mit diesem Hinweis.
Man könnte sich auch ein bißchen vorstellen, welche Erlebnisse, welche Erlebnisqualitäten der frühere Mensch in etwa gegenüber dem heutigen hatte, und wieviel er mitbekam an Dingen, die uns heute entgehen, weil uns der Weg auf die Art und Weise so leicht gemacht wird. Jetzt könnte der Eindruck entstehen, ich proklamiere hier ein Zurück in die Vergangenheit! Davon kann aber keine Rede sein. Sondern es stellt sich bei näherer Beobachtung heraus, daß diesen älteren Menschen früherer Zeiten, die durch die Mühe des Weges und den Widerstand der Erde zu einer überaus intensiven, ganzheitlichen Erlebnisfähigkeit - ja, jetzt muß ich sagen: geradezu gezwungen waren, eben der Vergleich fehlte, und daß sie so gar nicht - es klingt vielleicht sonderbar - zum  B e w u ß t s e i n  dieser Fähigkeit kamen. Er hatte kein z.B. elektrisch angetriebenes Fahrzeug, keinen Sessellift, mit Hilfe dessen er hätte vergleichen können, daß der Weg zu Fuß zu einem anderen Erlebnis führt als über den Sessellift.
Und genau auf diese Vergleichsmöglichkeit kommt es an. Der frühere Mensch hatte die Verbundenheit mit dem ganzen der Natur und eine entsprechend umfassende Erlebnisfähigkeit, ihm fehlte aber der Vergleich. Der moderne Mensch, dem fehlt die intensive Erlebnisdimension und fühlt sich dementsprechend seelisch leer.
Nun könnte man einwenden, also fehlt ihm ja auch der Vergleich. Das stimmt auch tatsächlich, solange er nämlich die Instrumentarien des technischen Fortschritts ebenso naiv und unbekümmert benutzt wie der frühere Mensch seine Füße, wenn er sie also nicht vergleicht.
Dazu ist er aber durchaus fähig, es bedarf aber eines besonderen Bewußtseinszu-stands, der ihn aus dem normalen Trott hinaushebt, der z.B. durch ein überraschendes Erlebnis wie meins bei der Schneekoppe erzeugt werden kann, ausgelöst werden kann, und der, wenn er Folgen zeitigen soll auf Dauer, wenn er also die Seele über den Moment hinaus erfüllen soll, ins  D e n k e n  gebracht werden muß.
Genau diese Möglichkeit hat der moderne Mensch: er kann die Mühsal der Erde, der Materie, des Widerstands, eben des Wegs, den er früher ganz real auf der Erde hat machen müssen, nunmehr in einem höheren Bereich vollziehen, den Widerstand also in sich selbst erzeugen, d.h. also, er kann - aber er muß es schon wollen, sonst kann er es nicht - die Erde, deren vordergründigen Widerstands er sich mit technischen Mitteln teilweise entzieht (und innerlich dabei leer wird und flach und abstrakt), ins Denken bringen, seine Aktivität also, die er sich in dem einen Bereich erspart, hineintransformieren in eine höhere Qualität, nämlich in die Mühsal des Denkens. Mit Denken ist jetzt nicht das bloße rationale Analysieren gemeint, das dürfte deutlich geworden sein.
Mit Denken ist hier jene überklare Wachheit gemeint, die dann eintritt, wenn man sich - wie bei meinem Beispiel - den inneren Zusammenhang zwischen Weg und Ziel am Vergleich zweier so unterschiedlicher Methoden wie dem Sessellift und dem Hinaufkriechen über den Erdboden unter dem Lift vergegenwärtigt.
Denken allein freilich reicht da nicht: das Kriechen gehört natürlich auch dazu! Aber es ist transformiert von einer früheren Notwendigkeit zum Experiment der Freiheit und bekommt dadurch einen neuen, schöpferischen Charakter. Dieses Kriechen - das alles ist hier selbstverständlich als Bild gemeint, ist also auch übertragbar auf andere Vorgänge! - bekommt den Charakter des Exemplarischen und wird dadurch dem denkenden Sinn zum Wahrnehmungsorgan. „Ich denke“, sagte Joseph Beuys einmal, „sowieso mit dem Knie“. 
Es stellt sich also heraus, daß die  E r d e , die wir glaubten, mit Hilfe der Technik überwinden zu können, durchaus nicht damit überwunden ist, indem wir sie - was leicht durch diese Technik geschehen kann - bloß vergessen, ignorieren, übersehen. Wir hätten uns dann nämlich nur mit unserer Einbildung von ihr entfernt - gerade das ist das von der Erde entfremdete, dünnlüftige Bewußtsein und die damit bewirkte Erlebnisarmut unserer Seele. Und wir könnten sicher sein: die Erde schlüge zurück.
In unserer Ahnungslosigkeit hätten wir uns nur noch fester an die Materie gebunden, ja, uns ihr völlig anvertraut. Der Geist zerstäubte ins Nichts. Statt dessen haben wir nun die Möglichkeit, die  E r d e  wirklich ins Bewußtsein zu heben, was der erste Schritt ist, sie zu transformieren auf ein höheres Niveau.
Dadurch kann eine Qualität erarbeitet werden, die für uns heute Lebende fast unvorstellbar ist. Ein anderes, ganz einfaches Beispiel - auch ein Denkbild: Wieviel Kollisionen entstehen dadurch, indem jemand, der gerade etwas auf dem Herzen hat, sofort telephoniert - sagen wir mal - von Hamburg nach Stuttgart. Irgendwo in Stuttgart wohnt ein Mensch, und man hat einen Impuls, der muß noch nicht mal so besonders tief und wirklich dringlich sein, eben einfach nur so einen Impuls, man greift zum Telephon und telephoniert. Das ist wunderbar! Aber stellt Euch jetzt nur mal vor, wie so was vor 500 Jahren hätte aussehen müssen! Ich habe einen Impuls, ich will mit diesem Menschen sprechen und ich müßte jetzt nach Stuttgart wandern, von Hamburg nach Stuttgart! Ja, Leute, überlegt Euch mal, wenn ich dann wirklich nach Stuttgart wandere, dann allerdings habe ich auch wirklich einen Grund dafür! Und wenn ich in Stuttgart angekommen sein sollte irgendwann einmal, dann wüßte ich allerdings, warum ich da hingegangen wäre, und es würde sich zwischen mir und diesem Menschen etwas abspielen, was von unvergleichbar großer Intensität wäre, alleine schon durch diese Entscheidungsqualität und den Weg, den ich hätte auf mich nehmen müssen. Es glaube keiner, daß ich hier sagen will, man solle nicht mehr telephonieren! Im Gegenteil, ich begrüße das Telephon als einen Fortschritt der Menschheit, an dem die westliche Menschheit jahrhundertelang gearbeitet hat, und zwar sehr erfolgreich. Was hier aber angesprochen wird, ist ein Bereich, der nunmehr aufgearbeitet werden muß: die Seele.
Daß wir telephonieren, ist das Eine. Aber was wir damit bewirken, das Andere. Ist es uns nicht bewußt, nützt uns das Telephon auch nichts mehr. Wir hätten dann bald nichts mehr zu telephonieren, nur noch dummes Zeug, hätten es nicht mehr mit Geist, sondern nur noch mit Gespenstern zu tun. Vergegenwärtigen wir uns also, z.B. wenn wir telephonieren, immer die  E r d e , deren Kräfte wir uns zwar bedienen, z.B. beim Telephonieren der Elektrizität, deren Widerstand wir aber nicht mehr wirklich wahrnehmen, d.h. auch: nicht wahrhaben wollen. Wir laufen Gefahr, in eine Scheinrealität zu geraten.
Erzeugen wir also die Realität durch unseren Willen und unser Denken, die sich früher ganz von selbst bemerkbar gemacht hat: bringen wir also diese Erde in unseren Geist. Denn es geht um eine Dimension, die man nun trotz des Telephons eben über einen anderen methodischen Weg erarbeiten muß, als über den, selbst nach Stuttgart zu gehen.
Es klingt hier an die Intensität einer Geistigkeit, die diesen Weg in sich innerlich vollzieht, um an den  G r u n d  zu kommen, an dem man früher hat von vorneherein durch den wahrnehmbaren Widerstand der Erde kommen müssen. Wenn dieser Widerstand, im Denken wahrnehmbar, nunmehr durch den Menschen 
i n  F r e i h e i t  in ihm selbst aufgebaut wird, dann ist er sozusagen eine neue Wesenheit auf der Welt, eine Wesenheit, die die Notwendigkeit des materiellen Widerstands regelrecht überwindet. Denn der Mensch hätte dann aus Freiheit heraus in sich einen Widerstand aufgebaut, an dem er zur Form kommt, Zu einer Form - ich will das jetzt mal bewußt etwas sonderbar ausdrücken -, die dann das Benutzen des Telephons in irgendeiner Zukunft zu einem Mysterium werden läßt. Es ist hier eine Denkrichtung anvisiert, die uns die große Möglichkeit der Technik, der Technologie, der Maschinen bis hin zu ihrer industriellen Nutzung im Produktionsbereich der arbeitsteiligen Weltwirtschaft erahnen läßt, die uns nicht reduzieren muß zu Verzweifelten und hilflos Ausgelieferten, zurück zu einer Naturapostelillusion, sondern die uns aufruft, eine neue Natur zu entwickeln: die Natur des Menschen, die Freiheitsnatur.
Es geht tatsächlich um die Ausbildung dieser neuen Natur, die der alten Natur die Arbeit der “mutterlich-väterlichen“ Führung abnehmen soll - aber nicht länger als ausbeutendes, sondern nunmehr als gestaltendes Prinzip.
Die alte Natur hat ihre Arbeit in der Hervorbringung des Menschen, der denken kann, abgeschlossen. Vom Denken erwartet sie nun ihre Erlösung in den bewußten Geist, die Überwindung des Materiellen (als solange notwendigem Widerstand, als der Mensch ihn sich nicht zum Bewußtsein bringen konnte), die Entwicklung also einer neuen Energie, die anderer Natur ist als die, die wir bisher nur gewohnt sind, innerhalb der Materiezusammenhänge zu haben. Es handelt sich um eine Natur, die allerdings nur entdeckt werden kann, wenn sie der Mensch selber erzeugt.
Das bedeutet die Einlösung der Formel „MENSCH = KÜNSTLER“ durch den Menschen - - und damit das nächste Bild!. . .

Texte von Johannes Stüttgen beim FIU-Verlag in großer Anzahl.
Bitte vgl. Sie: „Zeitstau“, „Der plastische Umstülpungsvorgang“, „Zum Kapital“ mit Christoph Schlingensief oder in „Die Kunst des sozialen Bauens“ sowie in „Denker, Künstler, Revolutionäre“ und in „Kunstwerk Volksabstimmung“ zus. mit Thomas Mayer